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Willkommen

auf der Homepage der Environmental Colour Design Association ECDA! Bei uns finden Sie Fachleute, die Lösungen für alle Fragen der farbigen Umweltgestaltung erarbeiten.

Was wir tun

Die Environmental Colour Design Association ist der Europäische Berufsverband der freiberuflich tätigen FarbDesigner, Farbpsychologen und Milieugestalter. Wir konzentrieren uns auf die Gestaltung von Lebens- und Arbeitsräumen nach humanökologischen Maßstäben. Dazu verpflichten wir uns zu einer fortwährenden fachlichen Weiterbildung. In unseren Regionalgruppen besteht die Möglichkeit zum persönlichen und fachlichen Austausch. In den ECDA-Studiengruppen erarbeiten wir fachliches Know-how. Dazu tauschen wir uns regelmäßig mit Wissenschaftlern und Hochschullehrern, aber auch erfahrenen Personen aus der beruflichen Praxis aus. Als Berufsverband engagieren wir uns für den Status des Farbdesigns als eigenständige Disziplin.

Weitere Informationen erhalten Sie unter Kontakt

Mitglieder

  • Projekte in Arbeit

    Bernhard Reiterer
    Wohnraumgestaltung

    Wohnraum (Bruneck)

    Projektstatus:
    Wohnraumgestaltung

    Wohnraumgestaltung (Lana)

    Projektstatus:
    Wohnraumgestaltung

    Wohnraumgestaltung (Neumarkt)

    Projektstatus:
    Margit Pfister
    Innenraum-Farbkonzept

    N.N. (Mayrhofen)

    Projektstatus:
    Verkaufsraumgestaltung

    Living Wohn(t)raum (Mayrhofen)

    Projektstatus:
    Wohnraumgestaltung

    Wohnung Gottschuly (Höflein)

    Projektstatus:
    Martin Benad
    Farbgestaltung Büroräume

    N.N. (Automobilkonzern)

    Projektstatus:
    Fassadenmalerei

    Via Salina Seehotel (Haller-Nesselwängle)

    Projektstatus:
    Wohnsiedlung Aachen Preuswald

    VONOVIA S.E (Aachen)

    Projektstatus:
    Wohnsiedlung Bürgermeister-Kraus-Straße (Eichenau)

    Wohnungsgenossenschaft München West e.G2

    Projektstatus:
    Roland Aull
    Inhouse-Workshop-Reihe

    Seniorengerechte Architekturgestaltung von Altenhilfeeinrichtungen

    Projektstatus:
    Workshop Hospizräume gestalten

    Gestaltung von Hospizeinrichtungen

    Projektstatus:

    Innenraumgestaltung der Kathedrale von Meki

    Wie komme ich zu einem solchen Auftrag? Durch meine Frau, die bei der Caritas in Bozen im Bereich Auslandsarbeit (Schwerpunkt Afrika) arbeitet. Vor drei Jahren berichtete sie mir, dass der Bischof der Diözese Meki (Äthiopien) an einer neuen Kirche baut, die kurz vor der Fertigstellung steht. Bei einer Besichtigung erzählt sie dem Bischof von meiner beruflichen Tätigkeit, worauf dieser bei mir anfragen ließ, ob ich mir die Innenraumgestaltung vorstellen könnte … Mich hat gereizt, einmal was ganz anderes zu machen – in einer mir fremden Kultur zu arbeiten und dadurch auch die Menschen und ihre Mentalität dort besser kennen zu lernen.

    Die aufwändigste Arbeit war das Entstauben der Oberflächen, ohne Atemschutzmasken. Nach einer Woche Arbeit hatten wir alle Flächen grundiert und traten die Heimreise an. Die zweite Arbeitswoche war im April 2017, die Einweihung sollte dann im Mai sein. Tatsächlich waren jetzt alle Bodenfliesen verlegt, Fenster und Türen montiert, alles vorbildlich vorbereitet; sogar zwei „Gerüsttürme“ standen für uns bereit! Dem Bischof unterbreiteten wir den Vorschlag, uns den Schlüssel für die Kirche zu überlassen und erst wieder zu kommen, wenn alles fertig wäre. Ohne mit der Wimper zu zucken gab er uns voller Vertrauen seinen Schlüssel! Wow!! Stefan und ich wussten, dass jetzt nichts schiefgehen darf. Die Rückflugtickets waren gebucht, in der Nacht zu arbeiten unmöglich, da ektrischer Strom oder Scheinwerfer einfach nicht verfügbar waren.

    Im November 2016 hatten mein Freund und Berufskollege Stefan Kofler die erste Arbeitswoche bei diesem Freiwilligenprojekt. Wir hatten nur Fotos und keine Ahnung, was uns erwarten würde. In Meki haben wir schnell verstanden, dass wir nicht lange brauchen würden: es gab nur eine Art von Wandfarben – und das waren Kunstharzfarben; Tiefengrund? Fehlanzeige! Die Kirche ist ein zweigeschossiger Rundbau von 30 Meter Durchmesser, die von 14 Betonsäulen gestützt und mit einer halb umlaufenden Balustrade versehen ist. Der Altarraum wird von einer sogenannten Krone dominiert, einem Betonfries, der auf vier sechs Meter hohen Betonsäulen ruht. Unsere Aufgabe war, die Säulen, die Krone und den Altarraum „würdevoll“ zu gestalten. Der gesamte Innenraum war total verstaubt, der Boden roh, sämtliche Fenster und Türen fehlten. Aber weil wir schon mal da waren, gingen wir – voller Elan und Enthusiasmus dem „Wahnsinn mit erhobenem Haupt entgegen“.

    Wir hatten vorgesehen, dass alle im Rund stehenden Säulen marmoriert werden, wobei die Farbnuancen von der Mitte hinten zum Altar vorne von Beige, Grau und Rot hin zu Beige, Grau und Orange wechseln, inklusive Goldintarsien. Dadurch erreichten wir einen stimmigen, fließenden Übergang zur Altarkrone, welcher mit Goldlasur aus Europa bearbeitet wurde.

    Die Wände hinter dem Altar haben wir in fünf Schichten lasierend in einem erdigen Orange gehalten, was einen Komplementärkontrast zu den blauen Glasfenstern bildet. Der Fries an der Deckenkante wurde von einem einheimischen Künstler gestaltet. Am Vorabend unserer Abreise waren wir fertig. Auch mit den Nerven.

    Zum Abschluß der Arbeiten (mit zahlreichen Improvisationen und unvorhergesehenen Unterbrechungen) mussten wir noch eine Lösung finden, wie wir die marmorierten Säulen mit einem schützenden Überzug versehen können … es gab nur eine Möglichkeit: Nitrozellulose-Lack! Schutzmasken? Was ist das?!? Das wurde dann die bislang größte Herausforderung: rund 100 Quadratmeter zweifach beschichten, ohne Masken und auf wackeligen Gerüsten – in Europa hätte man den Bau sofort eingestellt ... ! Doch wir haben diese Aktion durchgestanden und gingen am Abend – leicht betrunken, doch irgendwie glücklich in unsere Unterkunft: geschafft!! Es ist alles gut gegangen!!!

    Bernhard Reiterer (April 2018)
    (Ein Beitrag der „ECDA-Wäscheleine“ auf der Jahrestagung 2018, gekürze Fassung)

    Quartiersentwicklung Aachen-Preuswald

    Aufgabe
    Fassadenfarbkonzept und Ausführungspläne für 46 Einzelgebäude

    Bauherr
    Vonovia SE, Philippstraße 3, 44803 Bochum

    50 Meter von der belgischen Grenze („Preuse“) entfernt, liegt inmitten eines hügeligen Waldgebiets der Aachener Stadteil Preuswald, in dem in den 1970er Jahren mehr als 1.000 Wohnungen geschaffen wurden.

    Das zunächst moderne und intakte Wohngebiet entwickelte sich in den letzten zwei Jahrzehnten zunehmend zum Problemviertel, wobei die Vermietungspolitik des ehemaligen Haupteigentümers (Deutsche Annington, mehr als 600 Wohnungen, 1 Ladenzentrum) nicht unbeteiligt ist.

    Mit der Umfirmierung zur VONOVIA S.E. im Jahr 2015 ändert sich die Vermietungspolitik des Eigentümers. Das Viertel wird grundlegend saniert, die Infrastruktur und soziale Angebote werden weiter entwickelt. Die Sanierungsarbeiten werden von 2016 bis mindestens 2018 dauern.

    Ein individuell entwickeltes Farbkonzept soll Teil dieses Wandels sein. Neben dem Ziel, das Viertel durch die Farbgebung aufzuwerten, werden vom Bauherrn auch genannt: Naturbezug, Lebendigkeit und Nachhaltigkeit.

    Entwürfe von Farbstudios der Baufarbenhersteller konnten die diesbezüglichen Erwartungen des Bauherrn nicht befriedigen. Das Atelier Benad erhielt im Frühjahr 2016 den Auftrag, ein Konzept sowie für alle 46 Gebäude einzelne Farbentwürfe zu erstellen.

    Am Beginn der Zusammenarbeit diskutierten Auftraggeber und Auftragnehmer verschiedene Ansätze, wie die Vorgaben „Lebendigkeit, Naturbezug, Nachhaltigkeit“ farblich umgesetzt werden können. Durch intensives Gespräch fanden beide Seiten eine gemeinsame Vorstellung über die Auswahl der in Frage kommender Farben sowie deren gestalterische Anwendung. Seitdem entstehen Farbentwürfe für diverse Objekte, die ohne nennenswerte Überarbeitung zu Ausführungsplänen weiter verarbeitet werden.

    Unsere Entwürfe orientieren sich an folgenden Kriterien:

    1. Die Bedeutung des Objekts im Zusammenhang der Siedlung – unter besonderer Berücksichtigung von Straßenführung, Gelände, der Sichtachsen, Nutzung und architektonische Besonderheiten. Dementsprechend wählen wir den „Auftritt“ des Objekts (rötlich, gelblich, grünlich, bläulich, farblos … aktiver oder passiver als die benachbarten Bauten.

    2. In Bezug auf den Baukörper bzw. das geformte Volumen streben wir eine „Kongruenz“ zwischen Farbe und Volumen an: oben – unten, vorn – hinten, mitte – außen, klein – groß usw. Die Formen werden farblich so begleitet, dass die Anmutung der Farb‐ und Hell‐Dunkel‐Qualitäten die räumliche Wahrnehmung des Bauwerks unterstützen.

    3. Den Bezug zur Natur interpretieren wir als „Das Objekt ist ernstzunehmender Partner der natürlichen Umgebung“ (es setzt sich farblich ab, baut Spannung auf) – oder „Das Objekt ist eingebetteter Teil der Umgebung" (es ordnet sich dem Erscheinungsbild der natürlichen Umgebung unter). Dazwischen sind Übergangs‐ und Mischformen möglich.

    Martin Benad (März 2017)

    News & Events

    Institut Farbe.Design.Therapie (Frammersbach)
    Projektwoche "Gasträume gestalten"
    26. Februar bis 2. März 2018
    Hotel am Schlosspark
    Gasthof Neuwirth
    Hotel Residenz
    Golfclub München-Eichenried
    München Innenstadt
    (Ismaning, Eichenried, München)
    Weitere Informationen
    ECDA-Weiterbildungspunkte: 16

    Environmental Colour Design Association ECDA
    Jahrestagung 2018

    16. bis 17. März 2018
    (Veitshöchheim)
    Weitere Informationen
    ECDA-Weiterbildungspunkte: 16

    Institut Farbe.Design.Therapie (Frammersbach)
    Workshhop "Hospizräume gestalten"

    16. bis 18. April 2018
    (Frammersbach/Würzburg/Aschaffenburg)
    Weitere Informationen
    ECDA-Weiterbildungspunkte: 16

    Im Gespräch

    Der Architekt, Farbgestalter und Künstler Jan de Boon

    Du übst als Person mehrere gestalterischen Berufe aus. Wie ist es dazu gekommen?

    Im Alter von 16 wollte ich Berufsfußballspieler werden. Ein Gelenkbruch verhinderte das, und während meiner gezwungenen Ruhepause begann ich zu zeichnen. Nach meinem Abitur (Mitte der 70er Jahre) wollte ich erstens zur Kunstakademie und zweitens „die Welt retten“. Es war die Zeit von „The Limits of Growth“, ein Buch verschiedener Wissenschaftler, die sich in „The Accademia dei Lincei" in Rom zusammen getan hatten. Deswegen habe ich ein Mathematik- und Physikstudium angefangen.

    Nach einem Jahr fehlte mir die künstlerische Arbeit. Es war der Anfang meines Architekturstudiums an der Technischen Universität in Delft. Tagsüber ging ich zur Uni, abends dann doch noch zur Kunstakademie in Den Haag. An der hoch-modernen Uni in Delft verschwand „der Mensch“ aus meinem Entwurfsvokabular. Nach vier Jahren Studium wanderte ich desillusioniert nach Schweden aus. Dort arbeitete ich als Hausvater in einem Heim mit behinderten jungen Erwachsen. Ich begegnete der – in meinen Augen – menschlich-farbenfrohen skandinavischen Holzarchitektur. Mein Interesse an der Architektur kam zurück, Farbe wurde ein unentbehrliches, wesentliches Element. Mit der praktischen Arbeit unter Leitung von Fritz Fuchs begann ein neues Leben.

    Zurück in Holland gründete ich Anfang der 90er Jahre mein eigenes Architektenbüro. Außerdem begegnete ich dem Künstler Peter Vormer. Damit begannen die farbgestalterischen Aufgaben, vor allem direkt an den Baustellen. Auf Grund der Fragen aus der Praxis suchte ich auch ein tiefer gehendes und wissenschaftlicheres Verständnis für die Wirkung der Farbe. Wieder gab es eine Begegnung, die dies möglich machte. Von einer Kollegin, Frau Iris Bakker, wurde ich 2008 gefragt, ihre Doktorarbeit über die Wirkung der Farben zu begleiten. Das verschaffte mir den Zugang zur wissenschaftlichen Welt. All diese Jahre hindurch schlummerte die Sehnsucht zur freien Kunst. Dank einer Erkrankung habe ich dafür in den letzten Jahren mehr Zeit.

    Arbeitest Du immer in allen drei Bereichen – oder bist Du bei einem Auftrag der Architekt, bei einem anderen Auftrag der Farbgestalter oder Künstler?

    Die Grenze zwischen den verschiedenen Bereichen ist oft schwer zu erkennen. Künstler ist man im besten Fall immer, oder – vielleicht besser ausgedrückt: man soll seine Arbeit immer auf künstlerische Weise zustandekommen lassen. In meinen architektonischen Arbeiten versuche ich beim Auftraggeber das Interesse an Farbe zu wecken, durch Sensibilisierung für das Potential der Farbe. Bei den farbgestalterischen Aufgaben ist die architektonische Konsequenz ein wichtiger Aspekt. Als Farbgestalter soll man die Fähigkeit entwickeln, die Architektur des Gebäudes zu lesen,  die architektonische Sprache des Gebäudes zu hören und zu verstehen.  Formell gesehen bin ich manchmal „nur“ der Architekt oder der Farbgestalter. In der Praxis kann ich sie für mich nicht voneinander getrennt sehen.   

    Wer waren und wer sind Deine Vorbilder bzw. Deine Lehrer?

    Zum Glück durfte ich vielen Menschen begegnen, denen ich dankbar bin für ihre Bereitschaft, ihre Kenntnisse und Erfahrungen mit mir zu teilen. Einen meiner Lehrer habe ich schon genannt, den Glaskünstler und Maler Peter Vormer. Obwohl ich schon einigermaßen mit Goethe bekannt war, hat er mir doch wirklich das Tor zur phänomenologischen Arbeit geöffnet. Genauso wichtig sind drei Lehrer in Schweden: der Architekt Erik Asmussen, der Künstler Arne Klingborg und der Farbgestalter Fritz Fuchs. Von ihnen habe ich die Bedeutung der Farbe in der Architektur kennengelernt, wie auch die Freude an der Farbe. Der Architekt Joachim Eble und der Designer Wulff Schneider haben mich auf die Bedeutung der Sinne aufmerksam gemacht. Aus weiteren Kreisen würde ich die Maler Giotto di Bondone und Mark Rothko nennen. Die raumfüllende Darstellung der Fresken und die Suche nach dem Wesentlichen der Farbe waren wegweisend. Die Fenster der Kathedrale und insbesondere die Arbeiten der Glaskünstler François Émile Décorchemont und Udo Zembok zeigten mir, wie man dem Wesentlichen der Farbe am nächsten kommt. Auch möchte ich den Jazzpianisten Keith Jarrett nennen. Das Lauschen, Suchen, Reagieren und Improvisieren der Jazzmusiker gleichen den Prozessen des Malens. Sehr stark inspiriert hat mich auch der Komponist Arvo Pärt. Das Komponieren der Stille, das Suchen nach feinsten Nuancen und Verbindungen, die Musik als Ausdruck einer (anderen) Welt, wo wir als Menschen auch zu Hause sind, empfinde ich sowohl sehr trostreich als auch beispielhaft.          

    Du hast die Salzburger Seminare besucht – was sind Deine „Lern“-Erfahrungen?

    Bis dahin sammelte ich meine Erfahrungen vor allem in der Praxis. In Salzburg gab es die Möglichkeit zu grundlegenden Übungen. Die Vorlesungen gaben einen ersten Einblick in die wissenschaftlichen Aspekte der Farbgestaltung. Sie inspirierten mich zu weiteren Studien. Meine eigene Vorgehensweise stellte ich in Frage und konnte sie gleichzeitig mit dem breiten Wissen der Referenten vertiefen. Die Farbgestaltung wurde als Beruf dargestellt, etwas, das ich von Holland gar nicht kannte. Das enorme Engagement von Frank Mahnke und Edda Mally, mit ihren reichen Erfahrungen, waren beeindruckend.

    Deine Arbeit zeigt eine ausgesprochene Sympathie für anthroposophische Ideen … stimmt das?

    Ja. Als „Nichts-Wissender“ kam ich Anfang der 80er Jahre nach Schweden. Da besuchte ich das Rudolf Steiner Seminar in Järna. Zum ersten Mal erlebte ich eine Synthese von Menschlichkeit, Architektur und Farbe. Das war eine tief beeindruckende Erfahrung. Ich hatte allerdings keine Ahnung, was die Ursache davon war. Es war meine erste Begegnung mit der Anthroposophie. In den folgenden Jahren habe ich, dank der Anthroposophie, viele Antworten auf meine Lebensfragen bekommen, und sie hat noch viel mehr Fragen in mir hervorgerufen. Ich betrachte diese Begegnung wie ein Geschenk, das mir in diesem Leben zugefallen ist. In einem nächsten Leben ist es vielleicht eine andere Weltanschauung. Dass es möglich ist, die anthroposophischen Ideen in der Praxis umzusetzen, ist dabei von wesentlicher Bedeutung. Nicht als Schema, was oder wie man etwas machen soll, sondern, weshalb man etwas machen soll. Einblick ergibt Freiheit.

    Wie schätzt Du aus heutiger Sicht den Erkenntnisstand zur Farbenlehre ein, aus der Praxis und in der Theorie?

    Wie in allen wissenschaftlichen Bereichen, ist auch die Forschung in dem Bereich der Farbe sehr vielfältig und beeindruckend. Wenn man auf dem Laufenden bleiben möchte, kommt man fast nicht mehr zum praktischen Arbeiten. Während der oben genannten Doktorarbeit haben wir uns mit vielen Studien auseinandergesetzt. Was uns am meisten interessierte, war, inwiefern diese Ergebnisse Bedeutung für die praktische Farbgestaltung haben. Auffallend dabei war die sehr detaillierte und analytische Vorgehensweise, wie sie in den heutigen Wissenschaften üblich ist. Das Resultat ist eine imposante, nicht mehr überschaubare Menge verschiedenster Ergebnisse. Dabei stellten wir eine Diskrepanz zwischen wissenschaftlicher Erkenntnis und Praxis fest, Eine praktische Farbenlehre, vermittelt in den Büchern von Goethe, Frieling, Mahnke, Meerwein, Rodeck, Büther und Benad (der v.Garnier dargestellt hat), waren für meine Arbeit bedeutender als die meisten farbwissenschaftlichen Ergebnisse.

    Was mir dennoch fehlte, war eine Farbenlehre, die nicht nur Farbe, sondern auch den Menschen als Ausgangspunkt nimmt. Manchmal wurde dies angedeutet, aber nie richtig ausgearbeitet. Das Verhältnis Architektur-Mensch-Farbe wurde so Thema meines im letzten Jahr vom Verlag Farbe und Gesundheit veröffentlichten Buchs „Alles andere als farblos – der Sinn als Maßstab“. Es ist der Versuch, meine eigene phänomenologische Vorgehensweise auch erkenntnismäßig zu begründen und für andere zugänglich zu machen. Gleichzeitig entwickelte ich eine Methodik, die in der Praxis anwendbar ist.

    Wie kalkulierst Du Deine Arbeiten als Farbgestalter – es gibt hier ja keine Honorarordnung wie bei den Architekten?

    Hier unterscheide ich zwei Ebenen: einmal die Arbeit, wo nur ein Farbkonzept gefragt wird; hier schätze ich den Arbeitsaufwand nach Stunden und rechne einen Stundenlohn ab. Die meisten Aufträge beinhalten aber auch die Umsetzung meines Konzepts. Da versuche ich so wenig Stunden wie möglich an den Vorentwurf zu spendieren. Ganz wichtig ist mir, so viel Freiheit wie möglich für die Umsetzung zu bewahren, denn am Arbeitsplatz, an der Baustelle, lässt sich eine Aufgabe am besten lösen. Dazu braucht es das Vertrauen der Auftraggeber. In so einem Fall kalkuliere ich den Arbeitsaufwand nach Stunden und dann den Quadratmeter-Preis nach Erfahrungswerten. Beide Kalkulationen zusammen ergeben dann einen definitiven Kostenvoranschlag.

    Wie siehst Du das aktuelle Potential der Farbe in der Architektur, wird Farbe überhaupt gebraucht?

    Die Frage, ob Farbe überhaupt gebraucht wird, kann man so oder so sehen. Doch hat ein solches Denken etwas mit der Realität zu tun? Farbe ist einfach immer da, auch wenn sie „Weiß“ oder „Schwarz“ heißt. Sie ist ein elementares Naturphänomen und ein grundlegendes Sinneserlebnis. Sie bildet eine Brücke zwischen Mensch und Umwelt. Wenn man Farbe ernst nimmt, ergeben sich Gestaltungsmöglichkeiten, die von der Formen- bzw. der Materialsprache verschieden sind. Die Form kann man als materielle Verwirklichung einer Idee betrachten, Farbe als seelische Verbindung zwischen Mensch und Materie. Beide Aspekte sind gleichwertige Teile eines ganzheitlichen Lebensraums, der dazu dient, daß sich der Mensch hier verwirklichen kann.

    Gibt es in der Wissenschaft Personen oder Einrichtungen, die für Deine gestalterische Arbeit besondere Bedeutung haben?

    Lehrer aus dem wissenschaftlichen Bereich sind für mich Johann Wolfgang von Goethe, Rudolf Steiner, der Atomphysiker Arthur Zajonc, die Ärzte Hans Jürgen Scheurle und Arie Bos. Das Leben anzuschauen als einen großen Organismus, als eine Totalität, mit einem Diesseits und einem Jenseits, habe ich ihnen zu verdanken. So sollte auch die Farbgestaltung als eine Totalität betrachtet werden, wo alles mit allem zusammenhängt.

    Aus welchen Quellen beziehst Du neues Wissen, wie entstehen für Dich neue Erfahrungen?

    Fachzeitschriften sind unentbehrlich, genauso wie ein Austausch mit Kollegen. Natürlich ist Google eine Quelle, auch wenn es da meistens nur „Zufallstreffer“ gibt. Doch die eigene Praxis ist der wichtigste Lernort. In meiner phänomenologischen Vorgehensweise hat die eigene, „subjektive“ Person ein Anteil an der Forschungsarbeit. An der Sensibilisierung der Wahrnehmung und der Objektivierung der Gefühle und Gedanken muss man ständig arbeiten.

    Hast Du eine Strategie, um zu neuen Kunden bzw. zu neuen Aufträgen zu kommen?

    Nein, es ist immer ein Schwachpunkt bei meiner Arbeit gewesen. Da ich auf verschiedenen Arbeitsfeldern tätig bin, ist es auch manchmal schwierig, mich richtig zu profilieren. Mittlerweile habe ich mich damit versöhnt. Ich hatte das Glück, immer genau im richtigen Moment wieder neue Aufträge zu bekommen. Fast 100 Prozent der Aufträge ergaben sich durch Mund-zu-Mund-Reklame. Das gab viel Unsicherheit und Stress, aber auch ein gewisses Vertrauen, dass man im Leben nicht immer alles selbst organisieren muss.

    Welche Wünsche hast Du an einen Berufsverband wie die Environmental Colour Design Association ECDA?

    Die Mission, wie auf der Website beschrieben, ist schon ziemlich vollständig, inhaltlich wie gesellschaftlich. Ein idealistischer Gedanke ist folgender: vielleicht könnte man dem Aspekt Unterricht noch mehr Aufmerksamkeit schenken. Dabei denke ich nicht nur an die fachliche Weiterbildung der Mitglieder, die erwähnt ist, sondern an die Vermittlung von elementarem Wissen und praktischer Erfahrung. Die Sensibilisierung für Farbe bringt eine Sensibilisierung des Wahrnehmens mit sich, die Wahrnehmung der Umwelt und damit der Mitmenschen. Hier ergibt sich ein sozialer Aspekt der Farbgestaltung. Wenn außerdem das Kennenlernen des Phänomens Farbe genauso wichtig wird wie etwa Lesen und Rechnen, wird es im späteren Leben nachvollziehbar, dass Farbdesign eine selbständige Disziplin ist.

    Das Interview führte Roland Aull (ECDA)

    Meine "computerfreie Marderhaarpinselzeit"

    Interview mit dem Farbgestalter Thomas Stolz (Wiesbaden)

    Als Thomas Stolz vor sechsundzwanzig Jahren die Fassade des Kraftwerks in Frankfurt-Niederrad zum ersten Mal sieht, ist er beeindruckt. Zu Hause angekommen schreibt er an den Gestalter der Fassade, Friedrich Ernst von Garnier, einen Brief. Kurz darauf erhält er eine telegrafische Einladung zum Gespräch. Daraus ergeben sich fünf Jahre der Zusammenarbeit, von 1989 bis 1994.

    Das war meine eigentliche Ausbildungszeit, sagt er heute. Für und mit von Garnier zu arbeiten war für ihn außergewöhnlich und prägend. Er nennt diese Zeit auch schmunzelnd seine „computerfreie Marderhaarpinselzeit". Stolz erinnert sich gerne zurück: "Sich bei wunderbaren und großzügigen Arbeitsbedingungen mit herausfordernden, komplexen Gestaltungsaufgaben auseinandersetzen zu dürfen, war ein echtes Privileg. Von Garnier war für mich ein beeindruckender Lehrmeister, dem ich wirklich viel zu verdanken habe."

    Jede Lehrzeit geht irgendwann zu Ende, und Stolz eröffnet 1994 in Wiesbaden sein eigenes Büro als freischaffender Farbgestalter. 21 Jahre sind seitdem vergangen, die Faszination für die Farbe und die Freude an der Arbeit sind geblieben. Sein Arbeitsschwerpunkt liegt in der Fassadengestaltung. Auftraggeber sind meistens Architekten und Industrie, die Arbeit für Privatleute ist eher die Ausnahme. Am spannendsten ist für Stolz die Farbgestaltung zusammenhängender Wohngebiete: „Hier werde ich konzeptionell gefordert und immer wieder vor neue Aufgaben gestellt, da kann man zeigen, was man kann“.

    Ursprünglich begonnen hat er seine Berufstätigkeit als Kunsttherapeut nach einem Kunststudium an der Hochschule für Künste im Sozialen Ottersberg. Seit dieser Zeit begleitet Stolz das Thema Kunst, wobei heute die Fassade zu seiner Leinwand geworden ist, immer in Verbindung mit Farbgestaltung und handwerklicher Ausführung. Hier verbinden sich auch Hightech und Lowtech zu einer Einheit – entworfen auf dem Rechner, ausgeführt zusammen mit Handwerkern auf der Baustelle. „Und überhaupt“, meint Stolz, “bietet 'Kunst am Bau' die größte Freiheit, der Bauherr sagt, 'es gefällt mir' und schon geht es los, ohne große Diskussionen oder Entscheidungsgremien“.

    Rezepte für die Arbeit mit Farbe hat er keine, aber Erfahrungen. Dabei stellt sich für ihn die Frage nach der richtigen Farbgebung jedes Mal neu, weil die Kontexte jeder Gestaltungsaufgabe immer andere sind. So beziehen sich seine Entwürfe auch immer spezifisch und differenziert auf die jeweilige Aufgabenstellung. Häufig findet sich auch eine spielerische Komponente in seiner Arbeit, wenn besondere Ergebnisse gefordert werden. Stolz ist fasziniert von der Vielfalt der Farbenwelt, die dazu einlädt, auf Entdeckungsreise zu gehen und die immer wieder neue Erfahrungen und Weiterentwicklungen ermöglicht. Diese Möglichkeiten erprobt er auch seit ein paar Jahren mit seinen projektbezogenen, temporären Lichtinstallationen. „Hier kann ich besonders spielerisch und künstlerisch, losgelöst von materiellen Zwängen, der Faszination Farbe nachgehen.“

    Nicht von ungefähr zitiert Stolz auf seiner Visitenkarte Walter Gropius: „Stil ist nichts Endgültiges, sondern beständiger Wandel“. Gewandelt hat sich in den letzten Jahren auch der Faktor Zeit. Das Bauen wird immer schneller. Viel zu spät wird ans Farbkonzept gedacht, häufig beträgt der Planungszeitraum nicht mehr als zwei Wochen vor Beginn der Ausführung. Das bedeutet für den fertiggestellten Entwurf: Zustellung per Express. Hier wünscht Stolz sich ein Umdenken, das der Wichtigkeit und Komplexität der Farbgestaltung mehr Rechnung getragen wird. Ob er sich noch einmal für die Farbgestaltung entscheiden würde? „ Ja! Künstlerisch arbeiten und davon leben zu können - was will man mehr. Es ist ein Privileg, wenn die Arbeit Spaß macht.“

    Das Interview führte Claudia Bau (ECDA)

    Weiterbildung

    ECDA Jahrestagung 2017

    »Kooperation« war das leitende Themen dieser Jahrestagung. Dies betrifft nicht nur das kollegiale Planen und Gestalten architektonischer Räume, sondern auch das interdisziplinäre Zusammenwirken der verschiedenen Kompetenzen.

    »Humane Lebensräume aus baubiologischer Sicht«: Vortrag und Workshop mit Christian Blank (Wiesbaden)

    In moderne Arbeits- und Wohnräume werden heute eine Vielzahl von  Werkstoffen eingebracht, die aus gesundheitlicher Sicht problematisch sein können. Gleichzeitig sind wir als Gestalter unmittelbar an der Empfehlung bzw. an der Auswahl von Materialien beteiligt. Verantwortlich kann unser Tun also nur dann sein, wenn uns die potenziellen Gefahren, die damit einhergehen können, bewußt sind. Aus der Palette von rund 20 baubiologischen Themenfeldern fokussieren wir uns auf die für uns wichtigsten Bereiche: künstliches Licht, Lösemittel (und andere leicht- bis mittelflüchtige Schadstoffe) sowie raumklimatische Aspekte.

    Moderne Beleuchtungskonzepte für Innenräume: Vortrag und Workshop mit Wilken Behrens (ERCO Lüdenscheid)

    Licht und Farbe hängen unmittelbar und untrennbar zusammen. Erst das Vorhandensein von Licht ermöglicht die Wahrnehmung der Farbe. Gleichzeitig wird die Wahrnehmung der Farbe von der Art und der Qualität des Lichts beeinflusst. Licht selbst kann auch farbig sein. Beim Vortrag geht es um diese Zusammenhänge und die konkreten Möglichkeiten, wie man Räume sinnvoll beleuchtet. Demonstriert werden lichttechnische Lösungen des weltweit führenden Herstellers für Licht in der Architektur.

    Kooperation und interdisziplinäre Gesamtplanung: Round-Table-Gespräch mit Christian Melzer (Würzburg)

    Architekturplanung und -gestaltung ist heute, nicht zuletzt durch eine Viel-zahl von internen wie externen Faktoren – Finanzierung, Termine, Brandschutz oder Wirtschaftlichkeit – eine besondere Herausforderung. Wie kann es in diesem Kontext dennoch gelingen, ziel- und nutzergerecht zu bauen? Christian Melzer berichtet vom gelungenen Umbau einer Realschule, wo Kooperation und interdisziplinäre Planung beispielgebend waren.

    Fachgespräch Architekturbeleuchtung

    ECDA-Mitglieder und einige Gäste der ECDA-Jahrestagung beim Gruppenfoto mit ERCO zum Abschluss der Light & Building 2016 in Frankfurt am Main.

    ECDA Jahrestagung 2015

    Zwei Tage lang spannende Projekte, ungewöhnliche Ideen und anregende Diskussionen - das war die Jahrestagung der ECDA, dieses Mal in Veitshöchheim. Der erste Tag begann mit der Wäscheleine - die Projekte der Mitglieder und Gäste wurden vom jeweiligen Gestalter präsentiert, einfach „an die Leine gehängt“, um anschließend in der Runde besprochen zu werden. Wäscheleine bedeutet auch, neben der Präsentation, Klärung der offen gebliebenen Fragen, Besprechung der möglichen Alternativlösungen, Erhellung der dazugehörigen wissenschaftlichen oder praxisorientierten Gestaltungsgrundlagen. „Wir tun das deshalb, weil wir überzeugt sind, dass das Lernen an konkreten Beispielen uns persönlich und uns als Verband am meisten bringt“, erläuterte Roland Aull, Präsident der ECDA.

    Claudia Rössner präsentierte die Fassadengestaltung eines großen Bauträgerobjekts, Gyan Schneider stellte Privaträume in Kalk und Lehm vor, Anke Rossmann-Kaltenbrunner ein Hospiz und Herbert Schönweger ein Altenwohnheim, das er in eine kleine Stadt umgewandelt hatte, mit Marktplatz, Café und Gasthaus. „Es kostet schon Überwindung, sich dem kritischen Hinterfragen der Kollegen zu stellen. Aber man kann dadurch nur lernen“, meinte Stefan Pixner, der gemeinsam mit dem Architekten Hans Bühler von Riehle und Assoziierte das Farbkonzept für einen Schulneubau vorstellte.
     
    Es war spannend zu sehen, wie jeder Einzelne mit seiner Aufgabenstellung umging, warum er wie welche Lösungen entwickelte und auf welchem Wege es zu einer Auftragsvergabe gekommen war. Häufig ergab es sich eher zufällig über persönliche Kontakte zu den Bauherren. Die Architekten sträubten sich gegen einen kreativen Mitgestalter auf der Baustelle, so die Erfahrung der Beteiligten. Im Laufe der Zusammenarbeit würde sich das Verhältnis aber meistens bessern. „Der professionelle Umgang mit Farbe gehört, nach meiner Meinung, genauso in die Hände von Fachleuten, wie der Umgang mit der Form“, ergänzte der Farbgestalter, Restaurator und Architekt Herbert Martin. „Fachleute wie die ECDA-Mitglieder treibt eines an, die Farbe neben der Form als elementaren Bestandteil eines Gebäudes zu positionieren. Das sei auch der Grund für den Focus der ECDA, neben der Bearbeitung von Marketingstrategien, auf der fachlichen Qualifizierung und Weiterbildung der Mitglieder“.
     
    Auch im Forum und der Mitgliederversammlung ging es um berufliche und verbandsrelevante Themen, wie beispielsweise die Analyse des aktuellen Marktgeschehens, vertikale und horizontale Kooperationen, Berichte der Regional- und der Studiengruppen, sowie die Möglichkeiten zur Angebots- und Leistungsoptimierung.
     
    Der zweite Tag stand ganz im Zeichen der Sinne. Dr. Hans-Jürgen Scheurle, Arzt, Autor und Dozent, leitete das Seminar: „Sinne und architektonische Gestaltung“. Scheurle begeistert das Thema Wahrnehmung und Sinne schon sein ganzes Leben: „Ich möchte in meinen Vorträgen und Seminaren die Idee praktisch werden lassen, dass unser gesamtes Leben in Wahrnehmung besteht und es daher von Bedeutung ist, die Sinne zu kennen.“
     
    Dr. Scheurle schilderte anschaulich, wie wir mit den Sinnen, beispielsweise dem Bewegungs-, dem Gleichgewichts- und dem Tastsinn, Gebäude auch auf einer körperlichen Ebene erfahren. Nur mit unseren Sinnen können wir eine exakte Verbindung zu unserer Welt herstellen. Werden die Sinne vernachlässigt, entsteht häufig folgende Problematik in der Gestaltungspraxis: Der Kunde hat sich etwas ausgedacht, und diese Idee soll umgesetzt werden. Der Gestalter muss jetzt herausfinden, ob der Kunde sich darin auch wohlfühlt. Um sich wohl zu fühlen müssen die Lebensempfindungen des Kunden mit dem Raum korrespondieren. Lebensempfindungen sind immer Sinnesempfindungen und diese kann man sich nicht ausdenken, man kann sie nur erfahren. Eingerahmt wurde das Seminar deshalb auch von mehreren Wahrnehmungsübungen, die alle in Erstaunen versetzten.
     
    Den Abschluss dieser Veranstaltung bildete eine Fragestunde mit Erfahrungsaustausch, die gerne angenommen wurde. Die Farbdesigner der ECDA waren sich einig, eine humane Gestaltung sollte alle Sinne anregen, dabei ausbalanciert sein und sich im Gleichgewicht befinden. Und auch im nächsten Punkt herrschte Einigkeit: „Nächstes Jahr kommen wir wieder“.

    Bericht: Claudia Bau, Mitglied im Vorstand der ECDA

    ECDA Studium

    hier demnächst mehr ...

    ECDA regional

    Regionalgruppe Rhein-Main
    Ansprechpartner: Roland.Aull Enable JavaScript to view protected content.

    Regionalgruppe München
    Ansprechpartner: Stefan Pixner Enable JavaScript to view protected content.

    Rezensionen

    Paul Klee – Die abstrakte Dimension
    Für die Fondation Beyeler (Riehen/Basel) herausgegeben von Anna Szech. Mit Texten von Teodor Currentzis, Fabienne Eggelhöfer, Regine Prange, Anna Szech und Peter Zumthor. Buchgestaltung von Uwe Koch
    Halbleinen, 236 Seiten, 161 Abbildungen
    Verlag Hatje Cantz, Berlin 2017
    58 € (D)

    Paul Klee (1879–1940) zählt zu den einflussreichsten Malern der europäischen Moderne. Mit einem Œuvre von annähernd 10.000 Werken wurden schon zu seinen Lebzeiten zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen ausgerichtet. Und bis heute ist das Interesse an seinen Arbeiten unverändert hoch. Dennoch: es gab noch keine Ausstellung, die sich umfassend mit Klees Verhältnis zur Abstraktion auseinandergesetzt hat. Diese Lücke schließt nun die Schau der Fondation Beyeler und mit ihr der begleitende Katalog. Betrachtet man Klees Gesamtwerk, zeichnen sich vier Themengruppen ab (Natur, Architektur, Malerei und Schriftzeichen), die im Formenrepertoire immer wieder zwischen Halbgegenständlichem und absolut Abstraktem oszillieren. Klees Einordnung als abstrakter Maler mag erstaunen, da er mit dieser Zuschreibung nicht in die (Kunst-)Geschichte eingegangen ist. Dies ist wohl zum größten Teil der allgemeinen Rollenzuschreibung in den 1950er-Jahren geschuldet. Während beispielsweise Kandinsky oder Malewitsch die Erfindung der Abstraktion in der Malerei des 20. Jahrhunderts für sich beanspruchten (indem sie ihre Werke vordatierten oder ihre Entdeckungen in ihren Schriften bekundeten), hat Klee, ebenso abstrakt malend und schreibend, nichts dergleichen getan. Im Gegenteil: in Theorien sah er nur ein Ordnen gefühlsmäßig vorhandener Dinge, das im schöpferischen Prozess nur eine nachträgliche Rolle spielt. Man kann leicht nachvollziehen, wie das geschehen kann: Abstrakte Malerei, die man häufig als schwer verständlich, als existenzialistisch und totalitäre Züge tragend ansieht, passte eben kaum zu einem Künstler wie Klee, der als zugänglich, romantisch, empfindsam und empfindlich gilt. Es ist das Verdienst dieser Präsentation, hier eine bessere Einordnung sichtbar zu machen.
    Die Ausstellung in der Fondation Beyeler (Riehen/Basel) geht noch bis zum 21. Januar 2018

    Rezension: Roland Aull (ECDA)
     

     

    Bauen für Demenz von Christoph Metzger
    Broschur, 160 Seiten, 70 farbige und 10 s/w Abbildungen
    Jovis Verlag, Berlin 2016
    29.80 € (D)

    Mit zunehmendem Alter ist der Mensch mehr denn je auf eine räumliche Umgebung angewiesen, die ihn nicht nur positiv beeinflusst, sondern auch in allen Alltagsaktivitäten unterstützt und altersbedingte Beeinträchtigungen ausgleicht. Die Gestaltung von Wohnsituationen für alternde Menschen, vor allem für solche mit Demenz, ist auf der Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse neu zu denken. Im Mittelpunkt neuer Anforderungen steht eine multisensorische Architektur: Farb­ und Lichtgestaltung, Klangdesign, sinnlich erfahrbare Materialien und Oberflächen sowie haptisch attraktive Formen. Sie ermöglichen eine Raumatmosphäre, in der sich Bewohner wohlfühlen können. Sie bieten Sicherheit und Orientierung, sie fördern motorische und kognitive Fähigkeiten. Bauen für Demenz wurde als ein Leitfaden entwickelt, bei dem die Bedürfnisse von Menschen mit Demenz ernst genommen werden. Das Buch gibt eine Fülle an Denkstößen, wie man Senioreneinrichtung bauen und ausstatten sollte.

    Rezension: Roland Aull (ECDA)
     

    Psychogeografie – wie die Umgebung unser Verhalten und unsere Entscheidungen beeinflusst
    von Colin Ellard. Aus dem Amerikanischen übersetzt von Sigrid Ruschmeier.
    Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 352 Seiten
    btb-Verlag, München 2017
    22 € (D)

    Weshalb sind in einem Café oder einem Restaurant die Plätze am Rand schneller besetzt als in der Mitte? Wie kommt es, dass Krankenhauspatienten schneller gesund werden, wenn sie eine Anbindung an die Natur haben? Und wieso kann uns die Monumentalität großer Gebäude einschüchtern? Antworten auf diese alltäglichen Beobachtungen gibt der kanadische Neurowissenschaftler und  Experimentalpsychologe Colin Ellard. Er forscht an der University of Waterloo und leitet dort das Urban Realities Laboratory, eine interdisziplinäre Einrichtung, die Kognititionsforschung und Architekturgestaltung miteinander verbindet.

    Schon das Äußere des Buches verrät, dass es sich bei «Psychogeografie – wie die Umgebung unser Verhalten und unsere Entscheidungen beeinflusst» nicht um einen wissenschaftlichen Bericht im traditionellen Sinn handelt, sondern um einen hochwertigen Roman. Auch der Schreibstil Ellards hat einen eher persönlichen Duktus, ohne den Leser in in einer Vielzahl von Anekdoten zu ertränken. Dennoch kommt der wissenschaftliche Hintergrund des Autors nicht zu kurz.

    Der Titel «Psychogeografie» mutet allerdings seltsam an, denn es geht um die Beziehungen des Menschen zu seiner gebauten Umwelt, die sich in emotionalen Reaktionen und durch humanes Verhalten zeigen – und nicht um eine Kartografie des Seelischen. Doch die Lektüre lohnt sich, als anschauliche und unterhaltsame Einführung zum faszinierenden Bereich der Milieu- und Umweltgestaltung.

    Rezension: Roland Aull ECDA

     

    225 Farben – Eine Auswahl für Maler und Denkmalpfleger, Architekten und Gestalter von Katrin Trautwein
    Textbuch (204 Seiten) und 20 Farbkarten mit 225 Farbmustern im Format 52 x 21 mm, eingelegt in eine leinenbezogene Kassette
    Birkhäuser Verlag, Berlin 2017
    69,95 € (D)

    Wie eine Kunsthistorikerin erzählt die promovierte Chemikerin Katrin Trautwein die Geschichte der einzelnen Pigmente, die in der Gestaltung architektonischer Räume eine Rolle gespielt haben. Das ist «ihr» Thema, mit dem sie die anonyme Herkunft moderner Massenpigmente durch eine erfahrbare und anschauliche Beschreibung erweitert.   

    «225 Farben» ist bereits in ähnlicher Form als inzwischen vergriffene Publikation «128 Farben – ein Musterbuch für Architekten, Denkmalpfleger und Gestalter» erschienen. Schon damals hat sie Farbgeschichten veröffentlicht, ergänzt durch ganzseitig gedruckte Musterflächen der dazugehörigen Farben.  Da diese Farben jedoch nur einen angenäherten Eindruck der originalen Pigmente vermitteln konnten, hat dies, wie sie selbst schreibt, «immer wieder zu Enttäuschungen geführt». Aus diesem Grund sind in der jetzigen Ausgaben Originalfarbmuster vorhanden, die in Handarbeit mit echten Naturpigmenten und Emulsionsfarben bei kt-color hergestellt wurden. Damit sollen Haptik, Leuchtkraft und visuelle Anmutung besser erfahrbar werden, was jedoch durch die Größe der einzelnen Farbflächen mit 52 x 21 mm kaum erkennbar wird.

    Die Auswahlkriterien der 225 Pigmente, die in elf Gruppen angeordnet sind, zeigt das besondere Augenmerk der Autorin für bewährte und in der Praxis der Farbgestaltung brauchbare Pigmente:  
    1. sie entfalten im Zusammenspiel mit Licht eine besondere Wirkung
    2. sie stammen aus Zeiten, in denen die Farbästhetik einen hohen Stellenwert hatte
    3. sie wurden von bekannten Architekten oder Künstlern verwendet
    4. sie hatten im Vergleich zu anderen Pigmenten eine nicht immitierbare ästhetische Qualität
    5. sie sind zu 100 Prozent aus natürlich vorkommenden Erdpigmenten hergestellt

    Dieses Buch ist für alle Gestalter wichtig, die sich für humanökologische Raumgestaltungen einsetzen und deshalb bestrebt sind, das Besondere Ihrer Farbgestaltungen durch das Wertvolle der von ihnen verwendeten Farbmaterialien zu ergänzen.

    Rezension: Roland Aull ECDA

     

    Die Erkrankung des Raumes. Raumwahrnehmung im Zustand körperlicher Versehrtheit und deren Bedeutung für die Architektur
    von Anja Vollmer und Gemma Koppen
    broschiert, 224 Seiten
    Herbert Utz Verlag, München 2010
    26 € (D)

    Über den engen Zusammenhang von Leib und räumlicher Wahrnehmung bzw. Raumempfinden gibt es zahlreiche Belege. Doch was geschieht im Menschen, wenn er leiblich nicht mehr unversehrt, wenn seine Gesundheit beeinträchtigt ist? Haben wir für diesen Fall Gehäuse, in die wir schlüpfen können? Häuser, die uns dann mit Leib und Seele beheimaten, beispielsweise Krankenhäuser oder Hospize, die uns in unserer Genesung oder im Sterben (auch psychologisch) unterstützen? Anders gefragt: Was passiert bei der menschlichen Raumwahrnehmung und Raumerfahrung, wenn ein Körper erkrankt ist? Das Buch macht erstmals den Versuch (von an Krebs erkrankten Menschen), die Lesbarkeit des architektonischen Raums im Zusammenhang mit der verletzten Leiblichkeit des Menschen zu verstehen und das damit verbunden Verformungspotenzial zu erkennen, dem Räume hiebei unterliegen. Das Buch ist für alle Gestalter empfehlenswert, die konsequent daran arbeiten, die Bedürfnisse des Menschen in den Mittelpunkt zu stellen.

    Rezension: Roland Aull (ECDA)
     

    Physik der Farbe – Eine praktische Farbenlehre für Architektur, Design und Handwerk von Ulrich Binder
    112 Seiten und 70 Abbildungen,
    Triest-Verlag, Zürich 2017
    29 € (D)

    Der Schweizer Künstler und Dozent Ulrich Binder wagt sich mit dieser Publikation an eine neue Farbenlehre: Abseits von Grundfarben und Misch­ungsverhältnissen nähert er sich dem Phänomen Farbe über ihre Beschaffenheit und die menschliche Empfindung beim Umgang mit den verschiedenen Farbmaterialien: «Jeder, der bereits gepinselt, lackiert oder gestri­chen hat, weiss, dass es über den ‹objektiven› Farbwert hinaus, weitere Eigenschaften gibt, die in der Literatur nicht vorkommen, die aber wesentlich für das Erleben von Farbe sind: Wie geschmeidig ist eine Farbsubstanz, bleibt ihr Glanz auch nach dem Anstrich? Lässt sie sich gut verrühren, mischen oder in in Schichten auftra­gen? Bleibt sie elastisch oder wird gar bröselig?»

    Physik der Farbe versucht Farbe also von ihrer Stofflichkeit her zu verstehen – von dem, was sich zwi­schen Daumen und Zeigefinger erkunden, zwi­schen Pinsel und Leinwand verstreichen lässt. Das Buch arbeitet nicht mit neuen Begriffen, es sensibilisiert eher dafür, wie wir in unserer Umgangssprache unsere Erfahrungen mit dem Material Farbe beschreiben.

    Das Buch ist in drei Teile gegliedert: «Optik der Farbe» beschäftigt sich mit ihren glänzen­den, matten, rauen, feinen, glatten, helldunklen Eigenschaften; die «visuelle Haptik» beleuchtet Farbphänomene wie Wärme, Distanz, Dichte, Alter, Gravitation, Brennwert; anschliessend zeigt ein praktisch-angewandter Teil, welche gestalteri­schen Möglichkeiten sich durch das Zusammen­spiel von Farbsubstanz, Auftragsmittel und Träger eröffnen: kämmen, streichen, rollen, sprühen, rakeln, lasieren usw.

    Wünschenswert wäre ein optisch ansprechendes Cover gewesen, das diese interessante neue Sichtweise auf das Material Farbe besser unterstützt hätte.

    Rezension: Roland Aull ECDA

     

    Grün hören, gelb denken: Farbe verstehen von Friederike Tebbe
    160 Seiten, ca. 100 Abbildungen
    Jovis-Verlag, Berlin 2016
    28 € (D)

    Kaum etwas bestimmt unseren Blick auf die Welt so stark wie Farbe. Sie unterscheidet, ordnet und rhythmisiert unsere Umgebung. Farbe ist ein Medium, das unser Empfinden stark beeinflusst und dabei sehr unterschiedlich und selten wirklich bewusst wahrgenommen wird. Kontext, allgemeine Sehgewohnheiten und subjektive Kriterien spielen bei der Empfindung und Bewertung von Farbe eine entscheidende Rolle. Was bedeutet dies für den Umgang mit Farbe als Gestaltungselement? Wie kann man lernen, das unbeständige Medium Farbe gezielter einzusetzen, was ist dabei zu berücksichtigen?

    Friederike Tebbe lädt ein, das Farbensehen zu erkunden und das eigene Farbspektrum mit dem Ziel zu erweitern, durch den bewussten Umgang mit Farbe auch gestalterisch kompetenter agieren zu können. Dazu gehören auch praktische Übungen und Bildanalysen. Hinweise auf die Wirkungszusammenhänge der Farbe in ihrem Kontext wollen unsere Wahnehmungsmuster hinterfragen und unsere Interpretationen in Bewegung bringen.

    Das Buch ist ein unterhaltsamer Einstieg in die Welt der Farbe, vor allem für Menschen, die sich bislang wenig mit diesem alltäglichen Phänomen beschäftigt haben. Das Buch eignet sich in diesem Sinne auch als Geschenk für Kollegen aus anderen Berufsgruppen.

    Rezension: Roland Aull ECDA

     

    Zimmer mit Pflanze von Ian Drummond und Kara O'Reilly
    Übersetzung von Wiebke Krabbe
    175 Seiten, einschließlich Illustrationen
    Deutsche Verlags-Anstalt, München 2017
    22 € (D)

    Es ist völlig gleich, ob sich der Leser diesem Buch mit der Frage nähert, welche Pflanzen an einem hellen Standort stehen können, ob es besonders geeignete Gewächse für das Schlafzimmer und den Flur gibt, welche großen Pflanzen man kaufen kann oder wie die Minikleinen heißen. Auf 175 Seiten wird jedem Zimmer im Haus ein eigenes Kapitel gewidmet, mit zahlreichen inspirierenden Abbildungen und konkreten Tipps, welche Pflanze für welchen Bereich besonders geeignet ist. Diese Informationen gliedert das Buch auch nach Standort- und Pflegeansprüchen. Gleich zu Beginn des Werks finder man einen Abschnitt, was Zimmerpflanzen für das Raumklima leisten. Dazu gehören auch Hinweise auf wissenschaftliche Studien, die es dem interessierten Leser ermöglichen, das Thema zu vertiefen. Als Gestalter findet man zudem Hinweise, wie man Pflanzen bei der Einrichtungsplanung verwenden kann und was Blattformen und -farben als gestalterische Elemente beitragen können. Die abgebildeten Pflanzen werden in den Bildunterschriften sowohl mit ihrem botanischem als auch ihrem deutschem Namen aufgeführt, was die Suche und den Erwerb der Pflanzen sehr erleichtert. Im letzen Teil des Buchs gibt es Hinweise zur Pflanzenpflege und zu Schädlingen, sowie eine umfangreiche Liste, welche Pflanzen für Haustiere weniger günstig sind. Dieser Titel richtet sich damit in erster Linie an interessierte Laien und weniger an den professionellen Gestalter, dennoch kann es uns als nützliches Nachschlagewerk dienen, das einen guten Einstieg in die Raumgestaltung mit Zimmerpflanzen bietet.

    Rezension: Sabine Rottschy (ECDA)

     

    COLORAMA – Das Buch der Farben
    von Cruschiform. Aus dem Französischen von Katharina Knüppel
    Gebundenes Buch, Pappband, 280 Seiten, 16 x 22 cm, 266 farbige Abbildungen mit Schutzumschlag und Einband mit Prägung
    Prestel Verlag, München 2017
    25,00 € (D)

    Wir alle kennen Kardinalrot, Karminrot oder Safrangelb, aber wer weiß schon, warum Flamingos rosa sind und der Mond weiß – oder woher der Name einer Farbe stammt? 133 Farbtöne aus der Natur und unserem Lebensalltag stehen im Mittelpunkt dieses Buchs. Jede Farbe ist auf der rechten Buchseite ganzflächig gedruckt, auf der linken Seite steht eine farblich und inhaltlich korrespondierende Illustration von Cruschiform, einem französisches Kreativstudio mit Sitz in Paris, das sich auf Illustrationen spezialisiert hat und 2007 von Marie-Laure Cruschi gegründet wurde. Was eine Farbe mit diesen Bildern verbindet, erklären leicht verständliche, poetische Texte. Das Buch ist ein schönes Geschenk für alle, die Farben lieben, nicht nur für Kinder ab acht Jahren.

    Rezension: Roland Aull (ECDA)

    Kommentar

    Braucht man 1500 Farbtöne?

    Farbnuancen müssen mit einer Vielzahl farbiger Materialien harmonieren
    Interview mit Roland Aull in der Zeitschrift "Mappe", Callwey Verlag (München)

    Mappe: Mit den bekannten Farbsystemen und Farbkollektionen werden Malern, Architekten und Designern zwischen 800 und 5.984 unterschiedliche Farbnuancen angeboten. Wie viele Farbtöne braucht der professionelle Gestalter für die Farbgebung unserer Bauten innen und außen wirklich?
    Roland Aull: Die Zahl der angebotenen Farbtöne ist weniger wichtig, entscheidend ist vielmehr, ob für die AufgabensteIlung die richtigen Farbnuancen ausgemustert sind. Hier sehe ich Defizite. Der Grund liegt darin, dass die Anbieter von Farbkollektionen meist nur in den Farbtönen ihrer eigenen Produkte denken. Als Gestalter brauche ich jedoch Farbnuancen, die mit einer Vielzahl farbiger Materialien, etwa Bodenbelägen, Stoffen, Steinen oder Hölzern, harmonieren.

    Mappe: Durch Ihre Tätigkeiten als freier Farbdesigner, aber auch als Ausbildungsleiter des Aufbaustudiums Farb-Design kennen Sie die am Markt angebotenen Farbkollektionen in allen Details. Mit welchen Farbfächern arbeiten Sie bei welchen AufgabensteIlungen und warum?
    Roland Aull: Die visuellen Unterschiede bei den gebräuchlichsten Farbkollektionen sind häufig minimal. Das liegt daran, dass sie mit den Pasten einiger weniger Hersteller und stets nach der gleichen Systematik aufgebaut sind. Die Unterschiede liegen oft nur in der Auswahl der gesättigsten Farbtöne des Farbkreises, als Basis für die Ausmischung bunttongleicher Ebenen, sowie in der Ausstattung und Handhabung der Kollektionen. In meinem Regal stehen daher auch eher seltene oder unbekannte Farbfächer. Für lacktypische Flächen arbeite ich häufig mit der Sikkens 4041 und für Innenraumkonzepte am liebsten mit der alten Caparol 3D, die noch Klaus von Saalfeld entworfen hat. Für Innenräume mit humanökologischem Anspruch verwende ich zunehmend die von uns entwickelte humancolours-Kollektion. Sie hat lediglich 175 Farbtöne, die jedoch ausgezeichnet mit den typischen Materialien und Oberflächen der heute üblichen Räume harmonieren. humancolours ist übrigens ganz bewusst nicht als System konzipiert, sondern als erweiterbare Farbensammlung.

    Mappe: Die richtige Farbgestaltung von Architektur setzt ein bestimmtes Grundwissen über Farben und deren Mischungen voraus. Das breite Angebot an Arbeitsmitteln zu den verschiedenen Farbsystemen legt den Verdacht nahe, dass das Farbmischen, wie es früher in jedem Malerbetrieb üblich war, heute in der Ausbildung an den Fach-und Meisterschulen des Berufs zu kurz kommt.
    Roland Aull: Aus meiner Praxis kann ich berichten, dass ich wenig Maler kenne, die Farben noch mit der Hand mischen. Das führt dazu, dass es dann schwer wird, Farben harmonisch abzustimmen, also vereinfacht gesagt, mit Farben zu gestalten. Aus diesem Grund wird bei uns im Aufbaustudiengang Farb-Design von Beginn an konsequent mit Nassfarben gearbeitet. Denn wer beim manuellen Farbenmischen sicher ist, erarbeitet sich Seherfahrungen und damit gleichzeitig die Fähigkeit, Farben und ihre Nuancen in ihrer Wirkung beurteilen zu können. Das gilt dann übrigens auch für das Gestalten mit farbigen Materialien und Oberflächen. Vielleicht mag es Sie überraschen, dass manuelles Farbenmischen relativ leicht zu erlernen ist. Auch absolute Farblaien schaffen selbst komplexe Mischungen bei uns spätestens bis zum Ende der zweiten Kurswoche. Es ist schade, dass diese grundlegenden Kompetenzen heute auf weiter Flur fehlen. Daher sind stimmige Farbgestaltungen heute eher die Ausnahme als die Regel.

    Text: Klaus Halmburger (Murnau)

    Kommentar

    Feng Shui: Harmonielehre oder clevere Marketingstrategie?

    …kommt ein Drache geflogen!

    Feng Shui ist überall, aber was ist dran an dieser fernöstlichen Lehre? Erfunden haben es die Chinesen, ein Volk, das dem Individuum wenig Wert beimisst, mit Regeln, die der eigenen, eben der fernöstlichen Mentalität und Tradition entsprechen. Sich mit Hilfe von Feng Shui die Gunst der Ahnen zu erhalten, war und ist von großer Wichtigkeit für ein gutes Leben der Nachfahren. Entwickelt über Jahrhunderte, eingebunden in Taoismus, Konfuzianismus und Buddhismus, entstanden unzählige Schulen, mit unterschiedlichen Schwerpunkten und unterschiedlichen Lehrmeinungen. Irgendwann bestimmte man mit Hilfe von Feng Shui dann auch die richtige Lage des Bauplatzes, Feng Shui fand den Weg in die Gärten und schließlich wurde es zum allumfassenden Mittel für die „richtige“ Gestaltung der Innenräume.

    Um 1980 erreichte diese Religion, Harmonielehre, Philosophie, Lebenshilfe den Westen. Die rituelle Ahnenverehrung, als häufiges Kennzeichen außerchristlicher Religiosität, wurde abgestreift. Angereichert mit mitteleuropäischer Esoterik wurde das Fernöstliche immer leichter verdaulich und entwickelte sich so rasant zum Allheilmittel für alle Lebenslagen.

    Aber warum? Warum ist Feng Shui erfolgreich? Weil es neben den Rezepten für die Raumgestaltung auch gleich die Lebenshilfe mitliefert? Wahrscheinlich ist es genau diese Verknüpfung, die es für viele Menschen so anziehend macht. Man hat vielleicht Ängste, ist unzufrieden mit sich und seiner Situation, hat keine Energie die Probleme selbst anzugehen – und schon kommt das Chi ins Spiel, die kosmische Energie, durch angewandtes Feng Shui in die richtigen Bahnen gelenkt. Das Chi, das alles für mich regelt. Schrank rücken, Spiegel auf- oder abhängen, ein Rot an der richtigen Stelle im Raum platziert und schon ist man wohlhabend, erfolgreich in Beruf und Partnerschaft?

    Betrachtet man die gestalterische Praxis des Feng Shui, sammelt es die Menschen da ein, wo unsere klassisch ausgebildeten Gestaltungsprofis sie stehen lassen. Im sterilen, durchdesignten Raum ohne jede Anmutung. Leider wird in der Architekten- und Innenarchitektenausbildung die Erforschung der Wirkung von Räumen auf uns Menschen vernachlässigt. Wahrnehmungs- und Architekturpsychologie waren und sind kein Thema im Studium und auch nicht in der beruflichen Weiterbildung. Gebäude werden auf einer rein intellektuellen Basis entwickelt, reizarme Monotonie (beispielsweise Sichtbeton) wird mit erhöhenden Metaphern umschrieben und als Purismus verkauft. Wer das nicht will, wird als ungebildeter Laie belächelt.

    Und genau da setzt Feng Shui an. Verspricht harmonische Räume im Einklang mit dem guten Chi, dazu Karriereschub und Reichtum. So nimmt es mancher gerne hin, dass im Feng Shui vieles wie gebastelt wirkt. Beispielsweise durch den Einsatz von Windspielen, Delfinen, Glaskristallen und Zimmerbrunnen, ohne jeden Zusammenhang zur individuellen räumlichen Situation, als Resultat der rezepthaften Umsetzung rezepthafter Berechnungen. Darüber geht auch im Feng Shui, zwar aus anderen Gründen, aber ähnlich wie bei unseren westlichen Gestaltungsprofis, der Bezug zum Raum und den ihn bewohnenden Menschen verloren.

    Spätestens beim Thema Farbgestaltung kommt Feng Shui endgültig ins Schlingern. „Im Feng Shui gibt es keine klassische Farblehre…, sondern die Farben werden dem WU Xing (Wandlungsphasen oder auch 5 Elemente genannt) zugeordnet“, schreibt Mark Sakautzki (Imperial Feng Shui Meister 2008, verliehen durch Grand Master Chan Kun Wah) von der Internationalen Feng Shui Akademie in Hamburg. Genau das ist der Punkt: Farbgestaltung hat im Feng Shui keine Tradition! Und wie geht man dann hier mit der Komplexität des Themas um? Den fünf Elementen wird jeweils eine (!) Farbe als Symbol zugeordnet. Dazu gibt es die Möglichkeit, ein paar Farbkombinationen einzusetzen, die beispielsweise Glück oder Unglück verheißen, schnell noch ein wenig westliche Farbpsychologie eingemischt und fertig!

    Farbgestaltung mit Feng Shui ist eine clevere Anpassung an aktuelle westliche Trends und dementsprechend eindimensional. Der Feng Shui Berater hat gerechnet und kombiniert, mit dem Ergebnis, an die Wand hinter dem Schreibtisch kommt Rot. Da stellt sich sofort die Frage, welches Rot? Auch das ungeschulte Auge kann fast unendlich viele Rottöne unterscheiden. Und wie erfolgt die Einbindung des Rot in das farbliche Gesamtkonzept des Raumes? Wie geht man damit um, dass jeder Farbton, in Beziehung zu seiner Umgebung gesetzt, eine völlig andere Wirkung entfalten kann als auf der Farbkarte? Wie verhält sich das Rot zu den Raumproportionen, den Materialfarben, der Möblierung und den Lichtverhältnissen? Auf diese Fragen gibt uns Feng Shui keine Antwort! Die Auswahl des spezifischen Rottons und seine Einbindung im Raum kann der Feng Shui-Berater also höchstens nach seinem persönlichen Ermessen gestalten. Nach Geschmack und ohne jede Grundlage. Da stellt sich die Frage, wer wird und wie wird man eigentlich Feng Shui-Berater?

    Zuerst einmal - jeder kann Feng Shui erlernen und ganz schnell ausüben. Jeder, der über die finanziellen Mittel verfügt. Vorwissen ist nicht erforderlich, weder raumbildnerisch noch handwerklich, schon gar nicht im Umgang mit Farbe, noch sonst in irgendetwas. Wochenseminar genügt, bei Meistern, die keiner kennt, deren Schriften hier nicht erschienen sind.

    Wie lässt sich das verbinden mit der Allmacht des Feng Shui, mit dem Chi, als kosmischer Energie? Im asiatischen Raum, eine Hilfe, um sich damit zu arrangieren, dass man sich als Individuum machtlos gegenüber den Verhältnissen sieht. Mit äußeren Kräften, die es schon richten werden? Wie viel westliches Gedankengut und Individualität ist mit der Feng Shui-Tradition kompatibel? Oder anders herum, werden da nicht Grundfeste zerstört, durch eine Verwestlichung, auf Teufel komm raus? Oder gibt man sich einfach zufrieden, mit ein bisschen Esoterik, ein bisschen Harmonielehre, ein bisschen Lebenshilfe?

    Warum öffnen wir uns nicht einfach für das offensichtlich Sichtbare? In der Raumgestaltung gibt es allgemeingültige und mentalitätsunabhängige Kriterien, die als Basis immer erfüllt sein sollten: Sauberkeit, Ordnung, gutes Licht, klare Strukturen und Eindeutigkeit in der Nutzung. Das wissen wir nicht erst seit Feng Shui. Bespricht man dann gemeinsam zu Beginn einer Gestaltung die anzustrebende Atmosphäre, das alles verbindende Thema des Raumes, kann man erreichen, dass Farben, Formen, Materialien, Oberflächen, Licht und Schatten, der gewünschten Atmosphäre entsprechend, ausgesucht und eingesetzt werden und so aufeinander Bezug nehmen können. Kommt dazu die Verwendung möglichst natürlicher Materialien in ansprechender Haptik, der Einsatz von gutem Licht und einer subtilen Farbgestaltung, entstehen stimmungsvolle Räume - ausbalanciert und alle Sinne anregend.

    Braucht man dagegen Heilsversprechen, um ein Gestaltungsprinzip zu etablieren, kann das ein Zeichen dafür sein, dass man sich nicht sicher ist in seiner Arbeit und nicht im Glauben daran.

    Claudia Bau ECDA

    Drucksachen

    Herbert Schönweger
    Herbert Schönweger FarbDesign
    Verlag Farbe und Gesundheit
    Frammersbach 2017

    Jan de Boon
    Alles andere als farblos
    Verlag Farbe und Gesundheit
    Frammersbach 2017

    Roland Aull
    Farben für Menschen im Alter
    Verlag Farbe und Gesundheit
    Frammersbach 2015
    Bestellung der Print-Ausgabe hier

    Christian Rittelmeyer
    Einführung in die Gestaltung von Schulbauten
    Verlag Farbe und Gesundheit
    Frammersbach 2013

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    Einladung

    Jahrestagung 2018

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    Sichtbeton

    "Sichtbeton – Traum oder Albtraum" von Claudia Bau, in: Malerblatt 5/2014

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    Schule

    "Sinnlich oder wirtschaftlich" von Claudia Bau, in: Malerblatt 2/2015

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    ECDA Satzung

    Stand: 15. November 2015

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    Vizepräsident: N.N.

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    Design, Webentwicklung und Motion Graphics aus Würzburg
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